Stilkorrektur in Schreibprogrammen

In diesen werden Wörter oft als Füllwörter markiert und zu streichen empfohlen. Man sollte diese Vorschläge nicht rigoros annehmen. Denn oft kleine Wörter können den Sinn eines Satzes beeinflussen.

Unser Kampf währt nun schon seit Jahren; kein Ende ist in Sicht.

Dieses ‚nun‘ wird infrage gestellt. Es nun einfach zu streichen, verändert den Charakter des Satzes. Ohne dieses ‚nun‘ wird der Satz zur emotionslosen Mitteilung. Lässt man es stehen, schwingt ein Mitgefühl mit.

Der Zusammenhang ist ausschlaggebend, welche scheinbaren ‚Füllwörter‘ aussagekräftig oder hohl sind. Hohle können meist gestrichen werden. Aussagende geben oft einen verändernden Sinn. Dann sollten sie entsprechend angewandt werden.

Im vorvorigen Absatz steht im zweiten Satz ebenfalls ein ‚nun‘. Hat es eine Daseinsberechtigung? Lässt man es weg, ändert sich die Aussage des Satzes. Er wird allgemein gültig. Bleibt das Wort, stellt es eine Brücke zum vorherigen Satz her, im Sinn von daraufhin, deswegen. Der Unterschied ist marginal, aber vorhanden. In diesem Fall wird die Kernaussage nur minimal verändert.

Die Sprache kann sehr feinfühlig unterscheiden. Das sollte ein Autor auch können und sie entsprechend anwenden.

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